Wir möchten Sie herzlich zu folgenden Lesungen und Veranstaltungen von Januar bis September 2010 einladen:


14.01.2010, Do., 19:30 Uhr
Denis Scheck / Hubert Winkels
Das Gute, Wahre, Schöne.
Rückblick auf das Bücherjahr 2009

Mittlerweile ist es Tradition: Alle Jahre wieder im Januar lassen die meinungsstarken Literaturkritiker Denis Scheck (Deutschlandfunk),einem breiten Publikum bekannt durch die Moderation der ARD-Sendung ‚Druckfrisch’, und sein Senderkollege Hubert Winkels, u.a. für die Wochenzeitung DIE ZEIT tätig, im Heine Haus das soeben vergangene Literaturjahr Revue passieren. Was war spannend und aufregend, was war überflüssig? Gab es Überraschungen? Ein Jahresrückblick der anderen Art.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Heine (außer) Haus
29.01.2010, Fr., 19:30 Uhr
Siri Hustvedt
Die zitternde Frau. ROMAN. (Rowohlt Verlag)

‚Eine Geschichte meiner Nerven’ lautet der bekennende Untertitel des neuen Romans der Erfolgsschriftstellerin, Essayistin und Übersetzerin Siri Hustvedt. Tatsächlich verarbeitet Hustvedt in einer faszinierenden Mischung aus literarischer Fiktion und wissenschaftlicher Grundlagenforschung eine ganz persönliche Krisenerfahrung, die Mediziner und Psychiater mit der dürren Diagnose kommentierten: ‚Es müssen die Nerven sein.’ Zwischen Neuropsychiatrie und Erkenntnissuche ist Siri Hustvedts ‚Die zitternde Frau’ das bewegende Dokument einer Suche nach dem, was uns im Innersten zusammenhält. Durch den Abend führt David Eisermann.
„Ihr Ton wird im Ohr bleiben.“ (DIE ZEIT)
Moderation: David Eisermann ( Redakteur und Journalist u.a. WDR 3)
Deutscher Text: NN (Mitglied Ensemble Düsseldorfer Schauspielhaus)
Ort: Düsseldorfer Schauspielhaus Eintritt: 15,- Euro / 10,- Euro



04.02.2010, Do., 19:30 Uhr
Peter Henning
Die Ängstlichen. ROMAN. (Aufbau Verlag)
In der Reihe Förderprojekte der Kunststiftung NRW im Gespräch

Als Johanna, Großmutter und Oberhaupt der Familie, ihre Kinder und Enkelkinder zu einem letzten Treffen versammelt, bevor sie in ein Wohnstift übersiedelt, gerät die ganze Welt der Jansens ins Wanken. Was draußen mit einem Unwetter beginnt, führt unaufhaltsam in das Innere eines Sturms, der das Leben
aller Beteiligten ergreift und einen Strudel dramatischer Ereignisse auslöst.
Der mehrfach ausgezeichnete Journalist und Schriftsteller Peter Henning hat mit ‚Die Ängstlichen’ eine rasante Chronik erstellt, die mit kühler Präzision die Gradwanderung des Einzelnen zwischen Individualität und Gemeinschaft schildert. Voller Verve und pechschwarzem Humor zeichnet er das Zeitbild einer deutschen Familie.
Das ‚Lieblingsbuch im Herbst 2009’ (Daniel Kehlmann, Stern)
Moderation: Michael Kohtes (WDR)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Ausstellung
Eröffnung 6.2.2010, Sa., 16.00 Uhr
Ulrike Zilly: Heine Bilder




21.02.2010, So., 11:00 Uhr (Heine-Matinée)
Rudolf Kowalski / Eva Scheurer
Reise von München nach Genua
Das Schauspielerehepaar liest Heinrich Heine

Buchvorstellung: Wat wore mer för Kenger! (Droste Verlag)
Ein Gedicht von Heinrich Heine auf Düsseldorfer Platt, von Monika Voss,
gezeichnet von den Kindern der Max-Schule Düsseldorf

Rudolf Kowalski, ebenso bekannt als ‚Komissar Stolberg’, macht erneut Station im Heine Haus. Der Schauspieler und Heine-Kenner hat auch dieses Mal Texte des scharfzüngigen Poeten im Gepäck. Gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Eva Scheurer, liest er ‚Die Reise von München nach Genua’ aus Heines „Reisebildern und Reisebriefen“.
Wie an- und aufregend Poesie für Kinder ist, beweist ein Kunstprojekt der Max-Schule. Heines Gedicht ‚Mein Kind, wir waren Kinder’ ist von Monika Voss in Düsseldorfer Mundart übersetzt worden und die Schüler haben dazu zeichnend ihrer Phantasie freien Lauf gelassen. Daraus ist ein Buch entstanden, das dem Düsseldorfer Dichterfürsten gewidmet ist und im Heine Haus präsentiert wird.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



11.03.2010, DO. 19:30 Uhr
Jasimuddin. Ihr glaubt mir nicht?
Geschichten aus Bengalen. mit Collagen von Ulrike Möltgen.
(Verlag Münchner Frühling)
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Wie kein anderer hat der bengalische Schriftsteller Jasimuddin die Seele der Menschen zwischen Ganges und Brahmaputra erfasst. Und wie kein anderer fing er das Leben der Fischer und Reisbauern ein: liebevoll und gleichzeitig ironisch; wortgewaltig und bilderreich. Illustriert wurden seine märchenhaft phantastischen Erzählungen von der Wolf Erlbruch Schülerin Ulrike Möltgen, deren Collagen von einer Berliner Ausstellung ins Heine Haus wandern. Der Übersetzer Steven Uhly liest den deutschen Text.
„Jasimuddins Poesie weist einen neuen Weg, ihr Stil und ihre Sprache sind neu in der Literatur Bengalens.” (Rabindranath Tagore)

Moderation: Ricarda Solms (Verlegerin)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



16.03.2010, Di. 19:30 Uhr
Raoul Schrott. Die Blüte des nackten Körpers.
Liebesgedichte aus dem alten Ägypten.
(übertragen von Raoul Schrott. Hanser Verlag)
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Der Kenner der Antike führt uns mit seinen Versen zu den Ursprüngen der Menschheit und der Poesie. Raoul Schrott übersetzt mit einer ebenso bildhaften wie kraftvollen Sprache die erotisch intimen Texte aus dem alten Ägypten. Sinnlich und voller Leidenschaft lässt er die Epoche unter Ramses dem Großen wieder auferstehen.
„Ein Werk, das sich wunderschön... kraftvoll und sinnlich liest.” (Jan Assmann)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



25.03.2010, Do. 19:30 Uhr
Georg Klein. Roman unserer Kindheit.
(Rowohlt Verlag)
In der Reihe Neue deutsche Literatur

Kindheit in den frühen sechziger Jahren. Die Langeweile eines ewig scheinenden Sommers am Rand einer süddeutschen Stadt. Doch dann sagt der taube Sittichzüchter den Mord an einem der Siedlungskinder voraus. Nun gilt es für Brüder und Freunde, das Böse durch einen magischen Tauschhandel zu bannen.
Der neue Roman von Georg Klein ist ein radikal autobiografisches und zugleich dämonisches Buch, ein Kindheitsroman voll fiebriger Gewitztheit und reich an dunkler Einsicht.
„Niemand schreibt derzeit Vergleichbares.“ DIE ZEIT
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



12.04.2010, MO. 19:30 Uhr
Margot Friedlander. Versuche, dein Leben zu machen.
(Verlag Rowohlt Berlin)
In der Reihe Zeitzeugen

Es ist die letzte Botschaft an ihre 21-jährige Tochter: „Versuche, dein Leben
zu machen!“ Dann werden Mutter und Bruder von der Gestapo abgeholt und später in Auschwitz ermordet. Zurück bleibt Margot, die in Berlin untertaucht, um
der Deportation zu entfliehen. Ihre Odyssee im Untergrund unter Lebensgefahr
und in ständiger Angst endet schließlich im Konzentrationslager Theresienstadt.
Doch Margot Friedländer hat überlebt. Gemeinsam mit der Berliner Autorin Malin Schwerdtfeger, die 2000 den Förderpreis des Bachmann Wettbewerbs gewann, erzählt die heute 88 Jährige in New York lebende Jüdin aus ihrem Leben und wirft einen „anderen Blick auf unsere Städte, unter deren Gegenwart abertausend verschüttete Leben vergraben liegen.“ (Klaus Harpprecht)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf.
Der
Eintritt ist frei



15.04.2010, Do. 19:30 Uhr
Hans Joachim Schädlich. Kokoschkins Reise.
Roman (Rowohlt Verlag)
In der Reihe Neue deutsche Literatur

Fjodor Kokoschkin ist emeritierter Professor der Biologie und an Bord der Queen Mary 2 unterwegs auf der Überfahrt von Southampton nach New York. Zwischen Tischgesprächen, Abendunterhaltung und einem diskreten Flirt lässt der rüstige Mittneunziger in Rückblicken die Orte seiner bewegten Vergangenheit Revue passieren und ruft damit lebhaft die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wieder wach.
„Das ist das Meisterhafte in allen Büchern Schädlichs: Die Sätze sind so schlau, sie sehen aus, als wären sie ahnungslos in ihrer spöttischen Tragik und ihrer verletzten Ironie.” (Herta Müller)
Begrüssung: Konrad Klapheck
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



22.04.2010, Do. 19:30 Uhr
Hans Joachim Fischer (FAZ) und Elias H. Füllenbach (OP Dominikaner)
Die Bibliothek der verbotenen Bücher:
Heinrich Heine Lästerliche Schriften. (marix verlag)
Ein Gespräch in der Reihe Heine im Haus

Satiriker oder Ketzer, Volksdichter oder poetischer Feingeist? Schon immer gingen die Meinungen über Heinrich Heine auseinander. 1845 wurde ein Teil seiner Schriften auf den katholischen Index gesetzt, auf dem sie bis zu dessen Abschaffung 1967(!) blieben. Etwas Lästerliches und zugleich Reinigendes schwingt in seinen religionskritischen Texten, die bis heute ihre Schärfe nicht eingebüsst haben. Die „Lästerlichen Schriften” versammeln die inkriminierten Werke und werfen ein Licht auf den alten Konflikt.
Im Heine Haus diskutieren der Italien- und Vatikankorrespondent der FAZ Hans Joachim Fischer und der Dominikanerpater und Kirchenhistoriker Elias
H. Füllenbach über den Lästerer und großen Dichterfürsten.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



06.05.2010, Do. 19:30 Uh r
Inger Christensen
Gras / Græs (Verlag Kleinheinrich)
Mit 11 Gouachen von Silvia Bächli
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Es gibt Autoren, die in besonderer Weise bildende Künstler inspirieren. Wiederholt regten die Gedichte der sprachgewaltigen dänischen Lyrikerin Inger Christensen die Schweizer Künstlerin Silvia Bächli an, unter anderem zu ihrer Arbeit für die Biennale in Venedig 2009. Etwa ein Jahr nach dem Tod von Inger Christensen erscheint nun die lang erwartete Übersetzung ihres Gedichtbandes „Gras“ im Kleinheinrich Verlag in einer zweisprachigen, künstlerisch gestalteten Ausgabe mit elf Gouachen von Silvia Bächli. Die Künstlerin präsentiert im Dialog mit Beat Wismer ihre Originalzeichnungen, der Übersetzer Hanns Grössel liest eine Auswahl von Christensens Gedichten.

Begrüßung: Josef Kleinheinrich (Verleger)
Deutscher Text: Hanns Grössel (Übersetzer)
Gespräch: Beat Wismer (Generaldirektor museum kunst palast) und Silvia Bächli
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



17.05.2010, Mo. 19:30 Uhr
Lew Tolstoi
Anna Karenina (Verlag Hanser)
Neu übersetzt von Rosemarie Tietze
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Pünktlich zum 100. Todestag von Lew Tolstoi ist sein wohl populärster Roman in einer Neuübersetzung von Rosemarie Tietze erschienen. Das Ergebnis von Tietzes akribischen Recherchen imponiert durch sprachliche Frische und Authentizität. Im Heine Haus treten nun Original und Übersetzung in einen unterhaltsamen Dialog: Der Ur-Ur-Enkel des russichen Dichters, Graf Wladimir Tolstoi, liest Auszüge aus dem russischen Originaltext und Rosemarie Tietze aus ihrer viel gelobten Übersetzung. „Die neue Übertragung von Rosemarie Tietze ist ein Glücksfall. Da will man nur weiterlesen...” (Die Zeit)

Lesung und Gespräch: Tolstoi liest Tolstoi. Die Übersetzerin Rosemarie Tietze im Gespräch mit dem Ururenkel von Lew Tolstoi
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Zu Gast im Heine Haus
19.05.2010, Mi. 19:30 Uh r
Capribatterie. Düsseldorf – Neapel. Neapel – Düsseldorf.
Ein Künstleraustausch

Seit vier Jahren betreibt der Verein Capribatterie e.V. auf der Kunstachse Düsseldorf-Neapel einen regen Kunst- und Künstlertransfer. Die Edition "Il Laboratorio", die in alt eingesessenen Werkstätten gedruckt wird, repräsentiert die traditionsreiche bibliophile Seite des neapolitanischen Kulturlebens und hat zuletzt die Produktion einer Mappe des jungen Düsseldorfer Künstlers Chris Succo übernommen: Fünf Grafiken zum Thema Neapel-Vorstellungen zwischen Klischee und Realität. Dieses Werk des Meisterschülers von Georg Herold wird im Heine Haus erstmalig vorgestellt. Im Rahmen einer kleinen Ausstellung weiterer Editionen präsentieren die Vereinsvorsitzenden Susanne Ristow und Martin Bochynek im Gespräch das Projekt Capribatterie e.V. und stellen die Verleger der Edition Vittorio Avella und Antonio Sgambati vor.

Gespräch: Die Vereinsvorsitzenden Susanne Ristow und Martin Bochynek mit den Inhabern von „Il Laboratorio“ Vittorio Avella und Antonio Sgambati. Chris Succo ist anwesend.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. Der Eintritt ist frei



26.05.2010, Mi. 19:30 UHR
Ulrich Meister
Ausstellungskatalog: Museum zu Allerheiligen Schaffhausen
(Verlag Hatje Cantz)
Buchvorstellung



Als Klassiker der Konzeptkunst gilt der aus der Schweiz gebürtige, in Düsseldorf lebende Künstler Ulrich Meister. Sein scharfes Augenmerk gilt scheinbar alltäglichen Gegenständen gleichermaßen wie der Reibung, die es benötigt, das treffende Wort zu finden. Sezierende Genauigkeit in der Frage nach dem Wesen der Dinge ist der Schlüssel für Meisters verblüffenden Sprach- und Bildwitz. Im Heine Haus präsentiert Meister seinen aktuellen Katalog und stellt zudem drei Originale vor.

Begrüßung: Dr. Marion Ackermann, Direktorin Kunstsammlung NRW. K20/K21
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Zu Gast im Heine Haus
09.06.2010, Mi. 19:30 Uhr
Die deutsche Oper am Rh ein mit dem Opernstudio.
Ein Kurt Weill/Lotte Lenya-Abend
Sieben Talente aus sieben Ländern vereint das 2009 neu gegründete Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein. Im Heine Haus steht die Verbindung von Oper und Literatur im Mittelpunkt. Die Auftaktveranstaltung der Kooperation mit der Rheinoper bringt Lieder von Kurt Weill (u.a. aus „Street Scene”) und Zeitgenossen zu Gehör, dazu lesen Mechthild Hoersch und Dramaturg Bernhard F. Loges Passagen aus dem Briefwechsel von Lotte Lenya und Kurt Weill.

Jaclyn Bermudez, Sopran
Alma Sadé, Sopran
Melanie Lang, Mezzosopran
Lukasz Konieczny, Bass
Musikalische Leitung: Christoph Stöcker
Szenische Leitung: Mechthild Hoersch
Begrüßung: Generalintendant Christoph Meyer
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



17.06.2010, Do. 19:30 Uh r
Urs Allemann. Robert Walser: Der Schnee fällt nicht hinauf.
Dreiunddreissig Gedichte. Ausgewählt und kommentiert von Urs Allemann. (Verlag Suhrkamp)
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Der Autor und Poesie-Performer Urs Allemann bricht eine Lanze für den Lyriker Robert Walser. Wird der Romancier Walser längst als wichtigster Schweizer Schriftsteller der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts gefeiert, so ist er als Versemacher noch immer fast unbekannt. Als „Absturzgedichte“ bezeichnet Allemann Walsers poetische Grenzgänge, von denen er dreiunddreißig herausgegeben und kommentiert hat. Im Heine Haus rezitiert er eine Auswahl.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



23.06.2010, Mi. 19:30 Uh r
Ingrid Bachér, Rotraut Susanne Berner
Das Kind und die Katze (Tolle Hefte, hrsg. v. Armin Abmeier)
Ein Gespräch in der Reihe Kunst trifft Literatur



Die "Tollen Hefte" publizieren Literatur und Kunst fadengeheftet im handlichen Format von Groschen- oder Comicheftchen. Aber weit entfernt von Wegwerf- Qualität ist der aufwendige Original-Flachdruck und das jeweils eingefaltete Original-Poster. Rotraut Susanne Berner, die als freischaffende Künstlerin in München lebt, ist über den deutschen Sprachraum hinaus eine der bekanntesten zeitgenössischen Illustratorinnen und Buchgestalterinnen. Eine wunderbar einfühlsame Erzählung der in Düsseldorf lebenden Autorin Ingrid Bachér hat sie zu farbenstarken Illustrationen angeregt. Das Ergebnis liegt nun im Heft 33 der "Tollen Hefte" vor. Im Heine Haus treffen sich die Urenkelin Theodor Storms Ingrid Bachér und Rotraut Susanne Berner zum Gespräch.

Begrüßung: Armin Abmeier
Moderation: Rudolf Müller
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



02.07.2010, Fr. 19:30 Uhr
50 Jahre Oulipo
Georges Perec: Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Übers. v. Tobias Scheffel. (Verlag Klett-Cotta)
Bis auf die Knochen. Oulipo. Das Kochbuch, das jeder braucht.
Hrsg. v. Jürgen Ritte. (Verlag Arche)
In der Reihe Literatur der Nachbarn

Es war eine Verabredung zum Essen, die 1960 zur Initialzündung für einen der einflussreichsten Autorenkreise überhaupt wurde. Denn an jenem Abend gründete sich Oulipo, die Werkstatt für Potentielle Literatur. Seitdem lautet das paradox klingende Ziel von Oulipo: Spracherweiterung durch formale Zwänge und beruht auf dem Credo: Kein Spiel ohne Regeln. Neben Italo Calvino und Oskar Pastior zählte zu den prägenden Autoren von Oulipo Georges Perec (1936-1982), von dem posthum erst 2009 „Über die Kunst seinen Chef anzusprechen und ihn um eine Gehaltserhöhung zu bitten“ erschienen ist. Im Heine Haus wird Perecs labyrinthischer Text in Form einer Performance seines Übersetzers Tobias Scheffel und des Sprechers Marcel Hinderer zu erleben sein.
Streng in der Oulipo-Tradition versteht sich auch Oucuipo, die Werkstatt der potenziellen Kochkunst, über die Literaturvermittler und Feinschmecker Jürgen Ritte ein Kochbuch übersetzt, kommentiert und in Denis Schecks Reihe „Arche Paradies” herausgegeben hat.
Das Ganze ist ein Dokument der Vergeblichkeit und der Sinnlosigkeit allen Ehrgeizes, dabei im Ton so heiter wie melancholisch, ein bisschen so, als würde Jacques Tati Kafkas Parabel „Vor dem Gesetz“ verfilmen. Süddeutsche Zeitung

Gespräch, Performance: Jürgen Ritte, Tobias Scheffel und Marcel Hinderer
Moderation: Denis Scheck (Literaturkritiker und Moderator der ARD-Sendung „Druckfrisch”)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Zu Gast im Heine Haus
06.07.2010, Di. 19:30 Uhr
Am Schnittpunkt der Welten
Achim Wagner: Inspiration Istanbul

Neben dem Ruhrgebiet und der ungarischen Stadt Pec gehört in diesem Jahr eine Stadt zum Kreis der Europäischen Kulturhauptstädte, um deren Europa-Zugehörigkeit stets wortreich gestritten wird: Istanbul. Die Stadt am Bosporus zwischen Orient und Okzident gilt indes ganz unbestritten als Hotspot in Sachen Kunst. Grund genug für die Kunststiftung NRW, ausgewählten Stipendiaten die Möglichkeit zu eröffnen, Istanbul in seiner einzigartigen kulturellen Reichhaltigkeit und Komplexität kennenzulernen. Das Stipendiatenhaus Atelier Galata liegt in- mitten der pittoresken Altstadt unweit des berühmten Galataturms im angesagten Stadtteil Beyoÿlu. Einer der Stipendiaten ist der Autor Achim Wagner, der abwechselnd in Köln und Ankara lebt. Im Heine Haus wird Wagner von seinen Istanbul-Erfahrungen im Rahmen des Stipendiums berichten.

Moderation: Claudia Dichter (WDR)
Begrüßung: Firat Sunel, Generalkonsul der Republik Türkei in Düsseldorf

Veranstalter: Verein zur Förderung des Heinrich-Heine-Geburtshauses e.V., Müller & Böhm Literaturhandlung in Kooperation mit der Kunststiftung NRW
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. Der Eintritt ist frei.



12.08.2010, Do. 19:30 Uhr
Peter Zadek. Die Wanderjahre. 1980 – 2009.
Hrsg. v. Elisabeth Plessen. (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
In der Reihe Zeitzeugen

Als im vergangenen Sommer der große Regisseur Peter Zadek im Alter von 83 Jahren starb, trauerte die Theaterwelt um einen Künstler, der wie kaum ein Zweiter das Theater der letzten 50 Jahre dominiert, revolutioniert und aufgemischt hat. Zadek schuf unvergessliche Inszenierungen und provozierte legendäre Kräche. Insbesondere seine streitbare Distanz zu den Größen der ostdeutschen Theatertradition sorgte für einigen Wirbel. Die Publikation des dritten Bandes seiner Memoiren hat Zadek nicht mehr erleben dürfen. „Die Wanderjahre. 1980-2009“ entstand aus Gesprächen, die der Verleger Helge Malchow – sozusagen als Eckermann – mit Zadek führte in Zusammenarbeit mit dessen langjähriger Lebenspartnerin Elisabeth Plessen.
Im Heine Haus treffen sich nun die Beiden mit Volker Canaris, ehemals Intendant am Düsseldorfer Schauspielhaus und früherer Mitarbeiter des Theatermagiers Zadek.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR


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26.08.2010, Do. 19:30 Uhr
Gerbrand Bakker.
Juni. Roman. (Verlag Suhrkamp)
In der Reihe Literatur der Nachbarn

In Gerbrand Bakkers neuem Roman muss sich der Leser lange Zeit damit abfinden, dass er sehr wenig weiß. Fast so wenig wie die fünfjährige Dieke, die Enkelin der Altbäuerin Anna Kaan, die sich regelmäßig mit einer Flasche Eierlikör und einem unerklärlichen, alten Kummer auf den Heuboden ihres Hofs zurückzieht. Erst ganz allmählich wird deutlich, dass es bereits vierzig Jahre zurück liegt, als ein Tag das Leben der Kaans für immer veränderte: Im Juni 1969 besucht Königin Juliana das Dorf und streichelt Annas kleiner Tochter höchstpersönlich die Wange. Doch dann geschieht ein tragischer Unfall…
Bakkers Figuren sind Nachfolger des Sisyphos von Albert Camus. Ihr Schicksal gehört ihnen. Frankfurter Rundschau

Moderation: Christoph Buchwald, Verleger und Herausgeber des Jahrbuchs der Lyrik
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



Katharina Hacker.
Die Erdbeeren von Antons Mutter. Roman. (Verlag S. Fischer)
In der Reihe Neue Deutsche Literatur

Der Titel suggeriert eine nostalgisch angehauchte, ländliche Idylle. Tatsächlich jedoch ist Katharina Hackers Roman die Fortsetzung von „Alix, Anton und die Anderen“, einer komplexen Geschichte um die Generation der Mittvierziger aus dem heutigen Berlin. In der Fortsetzung entwickelt Hacker das unbehagliche Bedrohungsszenario jener mittleren Generation: Die Mutter des Berliner Arztes Anton kämpft in der niedersächsischen Provinz gegen eine schnell fortschreitende Demenz. Dies wird offenbar, als sie im Frühsommer vergisst, die Ableger ihrer Erdbeeren auszupflanzen, aus denen sie alljährlich Erdbeermarmelade zu machen pflegte. Mit dem Verlust der Mutter an die Demenz verliert Anton auch einen Teil seiner Existenz, zugleich scheint im Schicksal der Mutter die Zukunft der eigenen Generation auf.

Moderation: David Eisermann (Redakteur und Journalist, u.a. WDR 3)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



09.09.2010, Do. 19:30 Uhr
Norbert Scheuer
Der aktuelle Preisträger des d.lit. – literaturpreises stellt sich vor
In der Reihe Neue Deutsche Literatur

Norbert Scheuer führt ein Doppelleben. Denn er ist Systemprogrammierer bei der Telekom und zugleich Dichter. Ähnlich widersprüchlich scheint sein Werdegang: Lehre als Elektriker, Studium der Physikalischen Technik, Studium der Philosophie, Abschluss mit einer Arbeit über Immanuel Kant. Physik und Dichtkunst sind für den lakonischen Lyriker und Prosa-Autor Scheuer nicht unvereinbar. Nicht zufällig lautet der Titel seines letzten Romans „Überm Rauschen“ und spielt damit wohl nicht nur auf das Rauschen des Wassers im heimatlichen Eifel-Dorf an, sondern womöglich auch auf den physikalischen Begriff des Rauschens?
So naiv erzählt Scheuer und so literatur- und weltklug, dass es eines dieser Verwandlungswunder ist, die nur die Kunst bewirkt. Die Zeit

Moderation und Gespräch: Hubert Winkels (Literaturkritiker, u.a. Deutschlandfunk, Die Zeit, Jurymitglied des d.lit.-literaturpreises)
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



15.09.2010, Mi. 19:30 Uhr
Klaus Wagenbach zum 80. Geburtstag
In der Reihe Zeitzeugen

Er feiert gern, will aber nur ungern die eigene Person feiern lassen. Selbst zu seinem, wie er selbst ironisch sagt ‚unvermeidlichen 80. Geburtstag’ kommt Klaus Wagenbach, eine der prägenden Figuren des Literaturlebens des 20. Jahrhunderts, nur unter der Bedingung ins Heine Haus, dass er nicht selbst im Mittelpunkt stehen wird. Sondern vielmehr die schönsten Geschichten und Anekdoten aus seinem reichen Leben als Literatur- und Verlegerlegende. Denn Wagenbach bringt sein neuestes Buch ‚Die Freiheit des Verlegers’ mit, in dem sich ‚Erinnerungen, Festreden und Seitenhiebe’ aus den letzten 50 Jahren versammeln. Wir feiern mit ihm!
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR



26.09.2010, So. 11:00 Uhr (Heine-Matinée)
Claudia Berg: Radierungen zur Landschafts- und Liebeslyrik Heines
Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung
In der Reihe Heine im Haus

Für die in Halle an der Saale geborene Grafikerin Claudia Berg ist Zeichnen nicht nur eine ganz selbstverständliche Form der Weltaneignung und Reflexion. Berg begegnet auch der Kunst und nicht zuletzt der Literatur stets zeichnend, gestaltend. Neben einer Reihe originalgrafischer Bücher, die sich an (Kultur)-Landschaften abarbeiten, hat sie auch häufig Literatur illustriert, u.a. Joseph Conrads epochalen Roman ‚Herz der Finsternis’ und zuletzt ‚Der Aufbruch’ von Franz Kafka. Im Heine Haus wird Claudia Berg erstmals ihr neuestes Buch mit Radierungen zu Heinrich Heines Landschafts- und Liebeslyrik präsentieren und eine Ausstellung mit Originalradierungen eröffnen.
Ort: Heine Haus, Bolkerstr. 53, 40213 Düsseldorf. 8,--/6,-- (Erm.) EUR